L’énigme Velázquez
Stéphane Sorlat, France, 2025o
Diego Velázquez, peintre des rois et des humbles, maître du hors champ et des mises en abyme, se trouve au coeur d’un voyage cinématographique défiant les conventions. De la profondeur hypnotique des ‹ Ménines › aux niveaux de lecture vertigineux des ‹ Fileuses ›, « L'Énigme Velázquez » s’attache à élucider une question troublante : comment cet artiste, admiré par des génies tels que Manet et Dalí, demeure-t-il si souvent en marge de la mémoire collective ?
Dieser Essayfilm über den spanischen Barockmaler Diego Velázquez (1599 – 1660) ist wie ein üppig dosiertes Schaumbad: In betörender Fülle blubbern glänzende Bild- und Textblasen hoch und weichen platzend der nächsten. Haben sich alle verflüchtigt, fragt man sich, was man im Regiedebüt des französischen Kunstporträt-Produzenten Philippe Sorlat (L’ombre de Goya par Jean-Claude Carrière) über Leben, Persönlichkeit und Kunst des Malers wirklich erfahren hat. Ergänzen wir also in Stichworten, was Sorlat nur teilweise und fast widerwillig preisgibt: Anwaltssohn aus der damaligen Weltstadt Sevilla, Schwiegersohn seines Lehrers, ab 24 Hofmaler Philipps des Vierten, 37 Jahre lang Chefporträtist der königlichen Familie, Entourage, Hofnarren und kriegerischen Narreteien. Vor allem aber (diese Trouvaillen breitet Sorlat umso genüsslicher aus): Velázquez war kein Beschöniger, sondern ein unbestechlicher, zugleich empathischer Erforscher menschlicher Befindlichkeiten. Den König zeigte er auch als Zweifler und Zauderer, die Narren als tragische Figuren, und dem Papst entlockte Velázquez warhhaftiges Porträt seiner Eminenz ein «troppo vero»! Bisweilen wurde Velazquez gar zum Avantgardisten, der das Umfeld seiner Figuren in impressionistischen Farben auflöste, mit zunehmendem Alter auch hintergründig, wenn er etwa kleinkindliche Königskinder als ängstliche Opfer des feudalen Machtapparats malte und dessen Protagonisten in den Hintergrund verbannte. Kein Wunder also, konkurrierte er mit herausragenden Zeitgenossen wie Caravaggio und Rubens; begreiflich, dass Nachfahren wie Manet, Picasso oder Dalí von Velazquez besessen waren. Kurz und trotz aller Vorbehalte gegen die manirierte Rezeptur: Wohlig ist Sorlats ästhetisches Vollbad schon.
Andreas FurlerGalleryo
